Die Arbeitssituationen sollte gut gemanagt sein, so haben Sie auch einen gesunden Schlaf. Schlafstörungen waren und sind immer noch eher ein Thema für Mediziner; Sozialwissenschaftler haben ihm bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Bekannt ist, dass Schlafstörungen sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und damit auf die Qualität der Arbeitsleistung auswirken. Umgekehrt kann jedoch eine unbefriedigende Arbeitssituation ebenso ungünstig die Gesundheit beeinflussen. Ergebnisse einer englischen Sozialstudie belegen, dass es sozioökonomische Zusammenhänge zwischen Arbeitssituation und Schlafverhalten gibt. Coaching kann helfen, besser mit Problemen im Arbeitsalltag umzugehen, trotz Belastung zu effektiven Erholungsphasen zu kommen und dadurch langfristig Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Wird es bald den Schlaf-Coach geben?
Schlaf ist als Regenerationsphase für den Organismus von enormer Bedeutung. Immerhin verbringt der Mensch im Durchschnitt ungefähr ein Drittel seines Lebens im Bett. Neugeborene benötigen rund 16 Stunden Schlaf; bei Erwachsenen liegt das Optimum bei 7-8 Stunden. Bei älteren Menschen nimmt das Schlafbedürfnis weiter ab. Schlaf ist kein passiver Zustand, sondern ein exakt regulierter Vorgang. In den Phasen des Tiefschlafes sind Blutdruck, Puls, Atmung und Hirnaktivität stark verringert; diese werden von aktiven Phasen (REM-Schlaf; REM = rapid eye movement) mit schnellerem Herzschlag, gesteigerter Atemfrequenz und schnellen Augenbewegungen unterbrochen. Schlaf ist lebensnotwendig für die Regulation des Energiestoffwechsels, die Stärkung des Immunsystems, die Regeneration des Gehirns und die Konsolidierung von Hirnfunktionen wie vegetative Steuerung, Gedächtnis, Emotionalität und soziale Interaktion.
Coaching zum Thema Schlaf?!
Gut und ausreichend zu schlafen ist enorm wichtig. Es ist bekannt, dass Schlafstörungen u.a. mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen, auch psychische Beeinträchtigungen können auftreten. Im Arbeitsalltag ist man weniger ausdauernd und leistungsfähig, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistungen sind vermindert, es werden leichter und öfter Fehler Fehler gemacht, die Häufigkeit von Arbeitsunfällen und krankheitsbedingter Abwesenheit steigt.
Arbeitssituation beeinflusst Schlafverhalten - Coaching ist hilfreich
Dass umgekehrt die Arbeitssituation die nächtlichen Erholungsphasen nachteilig beeinflussen kann, zeigen Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Studie Social and health patterning of sleep quality and duration.
Mit dem breit angelegten britischen Forschungsprogramm Understanding Society werden jährlich Daten von ca. 100.000 Personen in 40.000 Haushalten erhoben, die u.a. Auskunft über Gesundheit, persönliches Leben, Familie, Arbeit und lokales Umfeld geben sollen. Ein Teil der gesammelten Daten wurde für die vorliegende Studie ausgewertet.
Die Forscher untersuchten z.B. Schlafdauer und -qualität, Schlafunterbrechungen und verzögertes Einschlafen und setzten die Resultate in Beziehung zur Arbeitssituation der Befragten. Kurzschlaf ( unter 6 Stunden) tritt besonders häufig bei Personen auf, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten (12 Prozent); Unzufriedenheit im Job wirkt sich noch gravierender aus (14 Prozent), während nur 8 Prozent der Zufriedenen Schlafstörungen haben. Stress und lange Arbeitszeiten mindern auch die Schlafqualität deutlich; jeder Zehnte gab an, mindestens dreimal wöchentlich Schlafmittel zu nehmen.
Auch Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen oder die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren wirken sich nachteilig auf das Schlafverhalten aus, ebenso dauernde Schichtarbeit, tägliches Pendeln und paralleles Ausüben mehrerer Jobs. Arbeitslose leiden um 40 Prozent häufiger an Einschlafproblemen als Arbeitende. Sozial besser abgesicherte Personen schlafen in der Regel besser und sind infolgedessen auch gesünder. Coaching kann die Organisation und auch die Führung direkt in der Arbeitssituation beeinflussen.
Schlussfolgerungen
Arbeitssituation beeinflusst Schlafverhalten - Coaching beeinflusst die den Menschen in der Arbeitssituation. Bedingungen zu schaffen, unter denen man gut arbeiten kann, liegt natürlich auch in der Verantwortung der Unternehmen; allerdings gibt es da Grenzen. Es wird immer Bereiche geben, in denen Schichtarbeit notwendig ist, auch wenn das für den Arbeitenden physiologisch ungünstig ist, wie z.B. im Pflegebereich. Wichtig ist dann, zu überlegen: Was kann ich selbst zur Bewältigung von Schwierigkeiten im Arbeitsalltag tun? Zunächst sollte man bedenken, dass Arbeit ein Teil unseres Lebens ist und nicht losgelöst von unserem persönlichen Leben stattfindet. Nicht das Geldverdienen allein, auch die sozialen Kontakte spielen eine wichtige Rolle. Vielleicht kann schon eine andere Sichtweise auf die Dinge bewirken, dass man schwierige Situationen weniger belastend empfindet und konstruktiver mit Stress umgehen kann.
Coaching ist eine gute Möglichkeit genau das zu lernen, ebenso wie sich Entspannungs- und Konzentrationstechniken anzueignen und effektiv in den persönlichen Alltag zu integrieren. Der unvoreingenommene Blick eines Außenstehenden (des Coaches) auf die spezielle Situation wirkt manchmal schon Wunder. Wichtig ist auch, bewusst für Ausgleich zu sorgen. Also nicht Hobbies vernachlässigen, um noch mehr Zeit in Tätigkeiten zu investieren, die man nicht zu schaffen glaubt, sondern Freizeitbeschäftigungen als notwendige Abwechslung verstehen und zur aktiven Regeneration nutzen.
Arber, Sara, Meadows, Robert: Social and health patterning of sleep quality and duration.- Early findings from the first wave of the U.K.'s household longitudinal study.
http://understandingsociety.org.uk
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15.03.11, Coach, Coaching
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