Goethe war die Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig
Goethe war die Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Zwei sehr interessante Zitate, wie ich finde.
Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan. Johann Wolfgang Goethe
Ich halte mir diese Art Postulate nach Möglichkeit einfach vom Halse und mache, genau besehen, immer noch genug Schnitzer. Was aber die Kommas betrifft, so beruhige ich mein Gewissen immer mit einem Satz des alten Wieland, der besagt, Religion und Interpunktion seien Privatsache. Johann Wolfgang Goethe
Hallo und guten Morgen,
bin durch Yahoo!Clever auf die Zitate gestoßen, denn die Frage der Rechtschreibung hat mich an vielen Äußerungen der vorwiegend jungen Y!C-Nutzer schon oft bewegt, übrigens nicht nur auf der deutschsprachigen Seite.
In den Antworten, die ich bis hierhin las, kam mir die Frage der Sprache als Kultur leider zu kurz bzw. noch gar nicht vor.
Das kann uns doch nicht alles "wurscht" sein - oder?
Gruß
Margot
Nein, ich denke, das sollte uns auch nicht "wurscht" sein. Ich befürchte nur, dass sich unsere Sprache, also auch die rechte Schreibung, ständig weiter entwickelt und man (wir) recht wenig dagegen tun können.
Und die Weiterentwicklung der Sprache(n!) wird in mittlerer Zukunft zu einer noch ziemlich weitgehenden Sprach-Vermengung führen. Ich erwarte dann das Ende vieler der heute noch gewohnten Sprachkulturen. Ich meine gerade deswegen (und sehr gewiss ohne jegliche Mehrheit im Volk): Gut so.
Sehr erhellende Aussagen ;-)
Haben sie die Quelle , wo's in der Lustigen schreibweise von ihm , höchstselbst , stehen könte ?
Währe IHnen zu höflichstem Danke verpfichtedt !
Na ja. Erst mal danke für die beiden Zitate, die habe ich gesucht und hier gefunden. Dann möchte ich doch noch anmerken, dass man natürlich auch nicht übertreiben muss. Ich mag es sehr, wenn Menschen eigene Vorstellungen haben und eigene Ansichten vertreten. Besonders gilt dies auch hinsichtlich der Sprache. Ich finde es prima, sich von der normierten Sprache zu entfernen und eigenen Vorstellungen zu folgen. Außerdem sehe ich als Rheinländer vieles nicht so eng und messe ein paar Fehlern keine so grosse Bedeutung zu, schließlich sind wir alle Menschen. Nur, die Grundlage für eine eigene Ansicht ist immer die Auseinandersetzung mit der Sache und Auseinandersetzung bedeutet Kenntnis. Ich bin auch kein Grammatiker vor dem Herrn aber ich möchte auch nicht leichtfertig mit Sprache umgehen. Wer Goethes Briefe mal im Original gelesen hat wird sehen, dass es darin einige Eigenheiten gibt, die auch damals schon als falsch gegolten haben. Die Gesamterscheinung ist jedoch erstaunlich modern und klar, wie auch einige seiner Werke in erstaunlich moderner Sprache vor uns stehen. Das bedeutet vor allem, dass andere seine Worte gut verstehen konnten, denn da liegt aller Ursprung der Rechtschreibung. Also ! Nicht gleich alles über den Haufen werfen, nur weil zwei Zitate aus hunderttausend zu belegen scheinen, dass Goethe kein rechtes Deutsch konnte. Schließlich war er eine hervorgehobene Person mit sehr deutlichen Vorstellungen von Sprache und er war ein geheimer Rat, der sich einen „Menschen“ leistet, der für ihn aufschrieb. Wäre Goethe arm wie Schiller gewesen, hatte er wohl selber schreiben und auch selber rechtschreiben müssen.
Wir freuen uns über Ihre Notizen & Kommentare
Sven Lehmann
Hier schreibt Sven Lehmann aus seinen Erfahrungen als Berater, Coach und langjähriger Unternehmer in Leipzig und darüber hinaus über seine Ansichten, Coaching, Ideen und vor allem als Mensch. Als Berater muss man ein Buch schreiben, so heißt es. In Zukunft wird es lauten: »Als Mensch musst du ein Blog schreiben!« und als Berater oder Coach bin ich zu allererst Mensch.
Sven schreibt zum Beitrag: Coaching ist ein Weg zur Erneuerung »Ein gutes Bild, die Bäume bekommen Blätter und verlieren die Blätter.
Die Bäume wachsen und wachsen und wenn sie nicht mehr wachsen, dann sterben sie, dann sind... Kommentar lesen ...
Kaja Raven schreibt zum Beitrag: Superlativ - die letzte Steigerung? »@Rolf Carpentier:
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Mora2011 schreibt zum Beitrag: Superlativ - die letzte Steigerung? »Das Steigern von Superlativen (absoluter Superlativ -> Elativ) ist sinnlos und unterstreicht nicht den "absoluten" Wert einer Handlung, Aktion bzw. Wichtigke... Kommentar lesen ...
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Rolf Carpentier schreibt zum Beitrag: Anglizismen - Index online »Wobei Trainer ebenso wie Coach dem Englischen entstammt und kein deutsches Wort ist, wie doch in meinem Beitrag oben noch aufgezählt; so sehr sind Trainer, Trai... Kommentar lesen ...
TM schreibt zum Beitrag: Coaching im Vertrieb »Schade, Umfrage nicht mehr online. Hätte mich mal interessiert was das für Fragen zum gewesen wären. Hoffe der Befragungsbogen brachte effiziente Ergebnisse.... Kommentar lesen ...
Im Coaching kann man den Coach als eine Art Architekt für die Gestaltungs-Ideen-Reflexion der Zukunft sehen. Die Rolle als Coach ist dabei klar definiert: Ich unterstütze Menschen in Veränderungsprozessen und kritischen Situationen oder beim Meistern von Herausforderungen. Coaching ist also auch eine Form von Brückenbauen in die Zukunft.
28.02.06, Aktuell, Persönlich
8 Kommentare, TrackBack-URL
8 Kommentare bisher
Vielen Dank für diese beiden Zitate. Ich verwende sie immer wieder gern.
Hallo Jörg!
Aber gern doch :-)
Besonders der Spruch des alten Wieland trifft die Sache auf den Punkt. Danke für die Zitate.
Hallo und guten Morgen,
bin durch Yahoo!Clever auf die Zitate gestoßen, denn die Frage der Rechtschreibung hat mich an vielen Äußerungen der vorwiegend jungen Y!C-Nutzer schon oft bewegt, übrigens nicht nur auf der deutschsprachigen Seite.
In den Antworten, die ich bis hierhin las, kam mir die Frage der Sprache als Kultur leider zu kurz bzw. noch gar nicht vor.
Das kann uns doch nicht alles "wurscht" sein - oder?
Gruß
Margot
Nein, ich denke, das sollte uns auch nicht "wurscht" sein. Ich befürchte nur, dass sich unsere Sprache, also auch die rechte Schreibung, ständig weiter entwickelt und man (wir) recht wenig dagegen tun können.
Und die Weiterentwicklung der Sprache(n!) wird in mittlerer Zukunft zu einer noch ziemlich weitgehenden Sprach-Vermengung führen. Ich erwarte dann das Ende vieler der heute noch gewohnten Sprachkulturen. Ich meine gerade deswegen (und sehr gewiss ohne jegliche Mehrheit im Volk): Gut so.
Sehr erhellende Aussagen ;-)
Haben sie die Quelle , wo's in der Lustigen schreibweise von ihm , höchstselbst , stehen könte ?
Währe IHnen zu höflichstem Danke verpfichtedt !
Na ja. Erst mal danke für die beiden Zitate, die habe ich gesucht und hier gefunden. Dann möchte ich doch noch anmerken, dass man natürlich auch nicht übertreiben muss. Ich mag es sehr, wenn Menschen eigene Vorstellungen haben und eigene Ansichten vertreten. Besonders gilt dies auch hinsichtlich der Sprache. Ich finde es prima, sich von der normierten Sprache zu entfernen und eigenen Vorstellungen zu folgen. Außerdem sehe ich als Rheinländer vieles nicht so eng und messe ein paar Fehlern keine so grosse Bedeutung zu, schließlich sind wir alle Menschen. Nur, die Grundlage für eine eigene Ansicht ist immer die Auseinandersetzung mit der Sache und Auseinandersetzung bedeutet Kenntnis. Ich bin auch kein Grammatiker vor dem Herrn aber ich möchte auch nicht leichtfertig mit Sprache umgehen. Wer Goethes Briefe mal im Original gelesen hat wird sehen, dass es darin einige Eigenheiten gibt, die auch damals schon als falsch gegolten haben. Die Gesamterscheinung ist jedoch erstaunlich modern und klar, wie auch einige seiner Werke in erstaunlich moderner Sprache vor uns stehen. Das bedeutet vor allem, dass andere seine Worte gut verstehen konnten, denn da liegt aller Ursprung der Rechtschreibung. Also ! Nicht gleich alles über den Haufen werfen, nur weil zwei Zitate aus hunderttausend zu belegen scheinen, dass Goethe kein rechtes Deutsch konnte. Schließlich war er eine hervorgehobene Person mit sehr deutlichen Vorstellungen von Sprache und er war ein geheimer Rat, der sich einen „Menschen“ leistet, der für ihn aufschrieb. Wäre Goethe arm wie Schiller gewesen, hatte er wohl selber schreiben und auch selber rechtschreiben müssen.
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