Goethe war die Rechtschreibung ziemlich gleichgültig

Goethe war die Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Zwei sehr interessante Zitate, wie ich finde.

Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan. Johann Wolfgang Goethe

Ich halte mir diese Art Postulate nach Möglichkeit einfach vom Halse und mache, genau besehen, immer noch genug Schnitzer. Was aber die Kommas betrifft, so beruhige ich mein Gewissen immer mit einem Satz des alten Wieland, der besagt, Religion und Interpunktion seien Privatsache. Johann Wolfgang Goethe

Autor: SL - 28. Feb 2006 - Kategorie: Aktuell, Persönlich - Kommentar schreiben

Kommentare

  1. Vielen Dank für diese beiden Zitate. Ich verwende sie immer wieder gern.

  2. Sven Lehmann sagt:

    Hallo Jörg!

    Aber gern doch 🙂

  3. Karl Bihlmeier sagt:

    Besonders der Spruch des alten Wieland trifft die Sache auf den Punkt. Danke für die Zitate.

  4. Margot Schürmann sagt:

    Hallo und guten Morgen,
    bin durch Yahoo!Clever auf die Zitate gestoßen, denn die Frage der Rechtschreibung hat mich an vielen Äußerungen der vorwiegend jungen Y!C-Nutzer schon oft bewegt, übrigens nicht nur auf der deutschsprachigen Seite.
    In den Antworten, die ich bis hierhin las, kam mir die Frage der Sprache als Kultur leider zu kurz bzw. noch gar nicht vor.
    Das kann uns doch nicht alles „wurscht“ sein – oder?
    Gruß
    Margot

  5. Sven Lehmann sagt:

    Nein, ich denke, das sollte uns auch nicht „wurscht“ sein. Ich befürchte nur, dass sich unsere Sprache, also auch die rechte Schreibung, ständig weiter entwickelt und man (wir) recht wenig dagegen tun können.

  6. Rolf Carpentier sagt:

    Und die Weiterentwicklung der Sprache(n!) wird in mittlerer Zukunft zu einer noch ziemlich weitgehenden Sprach-Vermengung führen. Ich erwarte dann das Ende vieler der heute noch gewohnten Sprachkulturen. Ich meine gerade deswegen (und sehr gewiss ohne jegliche Mehrheit im Volk): Gut so.

  7. alfred dilger sagt:

    Sehr erhellende Aussagen 😉
    Haben sie die Quelle , wo’s in der Lustigen schreibweise von ihm , höchstselbst , stehen könte ?
    Währe IHnen zu höflichstem Danke verpfichtedt !

  8. lars arenz sagt:

    Na ja. Erst mal danke für die beiden Zitate, die habe ich gesucht und hier gefunden. Dann möchte ich doch noch anmerken, dass man natürlich auch nicht übertreiben muss. Ich mag es sehr, wenn Menschen eigene Vorstellungen haben und eigene Ansichten vertreten. Besonders gilt dies auch hinsichtlich der Sprache. Ich finde es prima, sich von der normierten Sprache zu entfernen und eigenen Vorstellungen zu folgen. Außerdem sehe ich als Rheinländer vieles nicht so eng und messe ein paar Fehlern keine so grosse Bedeutung zu, schließlich sind wir alle Menschen. Nur, die Grundlage für eine eigene Ansicht ist immer die Auseinandersetzung mit der Sache und Auseinandersetzung bedeutet Kenntnis. Ich bin auch kein Grammatiker vor dem Herrn aber ich möchte auch nicht leichtfertig mit Sprache umgehen. Wer Goethes Briefe mal im Original gelesen hat wird sehen, dass es darin einige Eigenheiten gibt, die auch damals schon als falsch gegolten haben. Die Gesamterscheinung ist jedoch erstaunlich modern und klar, wie auch einige seiner Werke in erstaunlich moderner Sprache vor uns stehen. Das bedeutet vor allem, dass andere seine Worte gut verstehen konnten, denn da liegt aller Ursprung der Rechtschreibung. Also ! Nicht gleich alles über den Haufen werfen, nur weil zwei Zitate aus hunderttausend zu belegen scheinen, dass Goethe kein rechtes Deutsch konnte. Schließlich war er eine hervorgehobene Person mit sehr deutlichen Vorstellungen von Sprache und er war ein geheimer Rat, der sich einen „Menschen“ leistet, der für ihn aufschrieb. Wäre Goethe arm wie Schiller gewesen, hatte er wohl selber schreiben und auch selber rechtschreiben müssen.

  9. StefanamMeer sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für diesen guten Beitrag über Goethe. Ich habe in den letzten Tagen eine kleine Biografie über Goethe verfasst und auf meinem Blog veröffentlicht.

    Liebe Grüße, Stefan

  10. Felix A. Keller sagt:

    Goehte und die Rechtschreibung

    Ich glaube, Goethe hat seinerzeit den damals gültigen Plural „Kommata“ verwendet.

    Heute ist lt. Duden auch „Kommas“ korrekt.

  11. Sven Lehmann sagt:

    Hallo Herr Keller,
    es ist interessant zu sehen, wie das Thema Rechtschreibung offensichtlich über Jahrhunderte kaum an Bedeutung verliert.

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